30.07.2015 VON Franziska Schöning | 0 Kommentare

Skaterparadies aus Beton

In Ulm entsteht seit ein paar Tagen ein Skatepark - aber nicht irgendeiner. Die Szene hat ihn sich schon lange gewünscht, jetzt wird der Beton-Parcours endlich gebaut. 230000 Euro kostet das Projekt. Der Betonpark soll in etwa zweieinhalb Monaten fertig werden und wird deutschlandweit einzigartig sein.

 

Wie geht noch gleich das Sprichwort? „Andere Länder haben auch schöne Keller.“ Und so habe ich mich auf den Weg nach Österreich gemacht. Und zwar nach Wien.

 

Foto: Cascade


Wien, die Stadt der Komponisten und Kaffeehäuser, der Lebensfreude und Leichtigkeit, des Schnitzels und der Sachertorte – und der Weinkeller. In kaum einer anderen Stadt findet man diese Mischung aus historischer Architektur und moderner, gelassener Lebensart, die ansteckend ist. Man merkt vielleicht, dass es mein erster Besuch in der Stadt war.

 

Foto: Cascade


Wenn man, wie ich, die Stadt noch nicht kennt, sollte man sich unbedingt ein paar Tage Zeit nehmen, um herauszufinden, was Wien zu bieten hat. Und das ist so viel, dass man sich vom Flair der Stadt treiben lassen und dennoch ein Highlight nach dem anderen entdecken kann. Diese Highlights sind nicht selten die Keller selbst. Ich habe mir in Wien drei verschiedene Weinkeller angesehen; einer schöner als der andere und jeder für sich charakteristisch für das entspannte Wiener Leben.

 

Weinkeller ist nicht gleich Weinkeller
Die Verbindung aus historischer und moderner Architektur zog sich wie ein Faden durch meinen Ausflug nach Wien, also nahm ich mir daran ein Beispiel und besuchte zwei klassische Weinkeller in der Innenstadt und den modernen Keller eines Weingutes, das am Rand der Stadt liegt. Der erste Keller, den ich besichtige, ist der Esterhazykeller, einer der bekanntesten und ältesten Stadtheurigen Wiens.

 

Foto: Cascade


Hier soll sogar Joseph Haydn gerne eingekehrt sein, um sich bei einem guten Wein für seine Werke inspirieren zu lassen. Ich kann das verstehen; das geräumige Gewölbe lädt zum Verweilen und Abschalten ein. Das historische Gemäuer wird seit etwa 1683, also zur Zeit der Türkenkriege, als Weinausschank benutzt. Damals bekamen die Soldaten Freiwein, um die Stadt beschwingt zu verteidigen.

 

Foto: Cascade


In den handgemachten Ziegeln hat sich jede Menge Geschichte angesammelt, die gewissenhaft gepflegt wird, zum Beispiel mit dem wassergekühlten Flaschenschrank, der in der Tradition der Wiener Flaschenweinkultur steht. Auch der Augustiner-Keller im 1. Bezirk bietet eine umfangreiche Auswahl dieser traditionellen Weine, die von den besten Winzern der Umgebung stammen.

 

Foto: Cascade


Familie Bitzinger achtet darauf, dass die Speisen und Getränke den höchsten Ansprüchen ihrer Gäste genügen. Der Augustiner-Keller ist ein ehemaliger Klosterkeller, der erst vergleichsweise spät, nämlich 1924, zu einem Restaurant wurde, das die Bitzingers seit einigen Generationen
bewirtschaften.

 

Foto: Cascade


Trotz all der Gemütlichkeit und Gastfreundschaft lockt mich dennoch der Beton. Und den finde ich im Weingut von Fritz Wieninger – beziehungsweise im Keller seines Weingutes.

 

Spitzenwein aus dem Betonkeller

Fritz Wieninger stammt aus einer Winzerfamilie. Er ist zwischen Rebstöcken aufgewachsen und hat später sein Hobby zum Beruf gemacht.

 

Foto: Wieninger


Schon früh fing er an, in dem traditionellen Familienbetrieb mitzuhelfen, den er nach dem Abitur aber verließ, um im Ausland neue Erfahrungen über die Weinherstellung zu sammeln. Er landete schließlich in Kalifornien und brachte von dort nicht nur neue Ideen über Weinkelterei, sondern
auch den Entschluss mit, ein eigenes Weingut zu leiten, dessen Weine für ihre Qualität und Originalität bekannt werden sollten. 1987 übernahm Wieninger das Weingut. Er setzt seit Jahrzehnten auf balanceorientierte, naturnahe Bewirtschaftung der Flächen nach biodynamischen Richtlinien. Das heißt, er verwendet weder Pestizide, Herbizide noch Kunstdünger, um die Artenvielfalt im Boden zu erhalten und die Gesundheit der Reben zu stärken obwohl damit ein höherer Aufwand und weniger Ertrag verbunden ist. Sein erklärtes Ziel war es, die traditionellen Methoden der Kelterei mit modernen Techniken zu verbinden und dadurch Weine herzustellen, die ihren festen Platz in der Spitzengastronomie Wiens und der Welt haben. Dieser Traum hat sich erfüllt. Die Weine von Fritz Wieninger stehen für hohe Standards und Professionalität und sind
international begehrt.

 

Foto: Wieninger


Er betreibt das Weingut zusammen mit seiner Frau und zehn ständigen Mitarbeitern, darunter auch ein sehr enger Freund von ihm, der erzählt, dass er eigentlich gar kein Freund von Wiener Wein war, bis Fritz ihn vom Gegenteil überzeugte. Spitzenweine brauchen Spitzenlagerung.
Und hier kommt der Lagerkeller des Weinguts ins Spiel.

 

Foto: Wieninger


Im Prinzip gibt es zwei Keller. In den alten Gemäuern werden die Verkaufsweine gelagert, „mit denen wir unser Geld verdienen“ und im Betonraum befinden sich die kostbaren Weine, „mit denen wir unseren Ruhm erlangen.“

 

Foto: Wieninger


Beton eignet sich als Baumaterial für professionelle Weinkeller deshalb, weil nicht nur die Temperatur konstant gehalten wird, sondern auch keine schädlichen Einflüsse von außen eindringen können. Auch das spezielle Klima, das für die Weinlagerung benötigt wird, kann hier problemlos das ganze Jahr über erzeugt und beibehalten werden.

 

 

Fotos: Wieninger


Und Fritz Wieninger wird noch viele Jahre dort Wein lagern – denn ein anderer Beruf als Winzer kam für ihn nie in Frage. Auch aus Wien will er nicht fort. An den Wochenenden unternimmt er mit seiner Frau und den Kindern Ausflüge in die Umgebung. Er hofft, dass auch sein Nachwuchs eines Tages den Betrieb übernehmen wird. Momentan sieht es ganz danach aus, als würde auch dieser Wunsch in Erfüllung gehen, denn Sohn Max hilft jetzt schon schon mit – zumindest sitzt er neben seinem Vater, wenn dieser mit dem Quad durch seine Weingärten fährt. Falls ihr also in nächster Zeit Wien besucht, schaut euch nicht nur die wunderschöne Innenstadt an, sondern macht auch einen Ausflug in die Weinberge. Hier kann man auch an heißen Sommertagen unter schattigen Ranken sitzen und einen der Qualitätsweine von Fritz Wieninger genießen. Es ist wie Urlaub.

 

Foto: Wieninger

 

Mehr über schöne Keller aus Beton kann man hier erfahren.

 

20.07.2015 VON Franziska Schöning | 3 Kommentare

23 Fragen an Christoph Wienke

23 Fragen an Christoph Wienke

Geboren und aufgewachsen in Berlin, seit fast fünfzehn Jahren im Dienst vom Comicladen Grober Unfug und im sogenannten Internet unter dem Namen Quitzi unterwegs. So bringt man Christoph Wienke am schnellsten und besten auf den Punkt. Quitzis große Leidenschaft ist, Internetmenschen, die sonst eher nichts über Comics ins Internet schreiben, dazu zu bringen, etwas über Comics ins Internet zu schreiben. Andere Projekte gibt es auch, z.B. Fotofanzines, die pikante Namen wie onsew oder Wedding Wunderland tragen. Privat wartet Quitzi darauf, dass sich das gesamte Internet gegenseitig verzeiht und freundschaftlich in den Armen liegt.

 

23 Fragen an Christoph Wienke

 

Wie würden Sie gerne wohnen?

Am liebsten in 'nem Schloss, Sanssouci würde mir gefallen. Da würde ich dann jedes Jahr eine Konferenz abhalten und alle Gäste müssten gepuderte Perücken tragen.

 

Das wichtigste Gebäude in Ihrer Stadt?

Ganz klar, der Fernsehturm.

 

Lieblingsort in Berlin?

Der Rosengarten im Bürgerpark Pankow. Mittlere Reihe, ganz hinten, der Platz rechts außen. Da sitze ich jede Woche und lese die Fußball-Woche. Bitte nicht stören!


Lieblingsort oder -stadt am Rhein?

Duisburg! Die Stadt hat mich echt überrascht, da hab ich sie sofort ins Herz geschlossen.


Lieblingspommesbude?

Fisch & Mehr - HAAS auf der Insel Usedom bzw. auf der Seebrücke Heringsdorf. Gute Leute, gute Pommes, alles gut.


Lieblingsbauwerk aus Beton?

Juventus Stadium in Turin, das Fußballstadion meines allerliebsten Lieblingsvereins Juventus Turin. Juve ist ein sehr intimer Teil meines Lebens.


Lieblingsbrücke?

Oakland Bay Bridge.

 

Lieblingskünstler des 20. Jahrhunderts?

Jack Kirby, er ist nicht nur mein Lieblingskünstler, er ist Lieblingskünstler und Inspirationsquelle in einer Person. Kirby Dots z.B. bestimmen seit Jahren meinen täglichen Arbeitsablauf.

 

Lieblingsfarbe?

So gemuschelt. Schwer zu sagen, eher blau.

 

Die größte Heldentat Ihres Lebens?

Zwei junge Mädchen auf dem Bahnhof Gesundbrunnen vor so besoffnen Aggrojungs retten. Ich tat einfach so, als ob ich mit den Mädchen verabredet war. Die Jungs wurden dadurch völlig aus ihrem Deppenkonzept gebracht und überlegten und überlegten, da saßen wir aber schon in der Bahn. Eine Taktik, die übrigens jeder gerne kopieren kann, es müssen ja nicht immer gleich die Fäuste fliegen oder gepöbelt werden!


Wenn Sie sich einen Monat von nur drei Lebensmitteln ernähren müssten, welche wären das?

Käsebrot, Käsebrot und Käsebrot. Ein optimales Essen, mal hart wie das Gotthardmassiv, mal weich wie der zarte Busen einer heißen Geliebten, aber immer ehrlich. Käsebrot eben.


Was ist Heimat für Sie?

Der Ort, an dem man glücklich ist.


Wo möchten Sie gerne leben?

Kopenhagen, ich sehe mich nämlich selbst als Halbdäne.

 

Star Wars oder Star Trek?

Lando Calrissians Bart hat Luke zum Jedi gemacht und würde Cpt. Kirk und einen Gorn jederzeit in der Arena besiegen. Star Wars natürlich!


Lieblingsfilm?

Die Olsenbande fährt nach Jütland, immer, wenn ich diesen Film gucke (und den gucke ich ca. 22564x im Jahr), fühle ich mich Dänemark sehr sehr nah.

 

Lieblingsserienheld?

Ben Grimm von den Fantastic Four, ich bin sozusagen Ben Grimm, ich rauche nur nicht und bin auch nicht aus Stein, aber ansonsten: Ich. Bin. Ben. Grimm!

 

Welches Buch lesen Sie gerade?

Kein Buch, ein Comic! Genauer gesagt, ein Manga von Jiro Taniguchi & Natsuop Sekikawa. Trouble is my Business, lässige Kurzgeschichten rund um Privatdetektiv Fukamachi. Seine Detektei hat er sich im Nebenzimmer einer Zahnarztpraxis eingerichtet, sein Gebiss ist seine stärkste Waffe. Tja, könnte auch ich sein.

 

Der beste Beatles-Song aller Zeiten?

Strawberry Fields Forever.


Die beste Seite im Internet?

http://www.wuslon.com/ Tschüüüüühüüüüüüüüüss

 

Lieblingstwitterer?

Hat sich gelöscht.

 

Facebook, Twitter oder Instagram?

Auf Twitter über die schönen Instagram-Fotos von Muserine meckern. Ich hab schon wieder so.einen.Hals. weil sie mich nie in den Urlaub mitnimmt. Ach was sag ich: Sie sollte uns alle mal mitnehmen!


Ihre erste Internetseite am Morgen?

http://www.transfermarkt.de/ Ich muss ja wissen, welche Fußballer ich mir leisten kann.


Lieblingsemoticon?

(-_-)

-<>-

17.07.2015 VON Franziska Schöning | 0 Kommentare

Selbstheilender Beton

Der Meeresbiologe Hendrik Marius Jonkers von der Technischen Universität Delft in den Niederlanden hat Biobeton erfunden, der Selbstheilungskräfte besitzt. Das klingt nach Esoterik, ist aber reine Biologie. Das heißt, in Zukunft müssen wir uns keine Sorgen mehr darum machen, wie lange der Beton halten wird. Wie genau das Ganze funktioniert, könnt ihr hier nachlesen.

13.07.2015 VON Franziska Schöning | 0 Kommentare

23 Fragen an Sebastian Baumer

23 Fragen an Sebastian Baumer

Sebastian Baumer wurde 1982 von russischen Wissenschaftlern in einem See unter der Antarktis entdeckt und lebt in Hamburg, wo er schreibt, fotografiert und Kunst macht. Nebenbei versucht er sich erfolglos seine Besessenheit vom Erschaffen von Dingen durch bezahlte Arbeit als Creative Director einer Agentur auszutreiben.

 

23 Fragen an Sebastian Baumer

 

Wie würden Sie gerne wohnen?

Ich würde gerne umringt von ungezähmter, wilder Natur wohnen. Ich stelle mir oft vor, dass ich selbst auf winzige Größe geschrumpft bin, so dass ich mir beispielsweise im inneren einer länglichen Paprikaschote mehrere Zimmern einrichten und jeden Morgen auf einer schwarzen Ameise in die Kleeblattwälder reiten könnte, um dort in einem Bett aus Moos gemütlich ein gutes Buch im Halbschatten zu lesen.

Das für Sie wichtigste Gebäude in Ihrer Stadt?

Zu Gebäuden an sich habe ich wenig Bezug, eher zu dem, was sich in den Gebäuden befindet. Bibliotheken mag ich, Theater und Museen auch. Ich entscheide mich in Hamburg aber für "Planten & Blomen". Das ist zwar kein Gebäude, aber ein großer botanischer Garten.

Lieblingsort in Berlin?

Die Boulderhalle "Bertas Block" in der Nähe der S-Bahn Pankow. Die größte Boulderhalle, die ich kenne. Man kann dort den ganzen Tag Klettern, die einzige Tätigkeit, die ich bisher finden konnte, mit der ich mein Gehirn einigermaßen zum Schweigen bringen kann.

Lieblingsort oder -stadt am Rhein?

Keiner. Obwohl: In Wiesbaden war ich noch nie, aber ich habe mal für Huck Haas einen Text über Wiesbaden geschrieben. Wiesbaden könnte ganz nett sein. Zumindest in meiner Phantasie. Ich fahre besser nie hin, um mir diese Illusion nicht zu nehmen.

Lieblingspommesbude?

Mein Backofen. Ich esse selten Pommes, aber wenn, dann mache ich sie selbst. Kartoffeln mit Schale sind super. Überhaupt ist fast alles mit Schale viel besser, sogar Kiwi. Besonders Kiwi. Ich verstehe gar nicht, warum Menschen immer alles schälen müssen. Jedenfalls muss Rosmarin auf die Pommes mit Schale. Viel Rosmarin.

Lieblingsbauwerk aus Beton?

Das Kolosseum in Rom (das ist aus einem Vorläufer von Beton).


Lieblingsbrücke?

Was sind das eigentlich für Fragen? Seid ihr ein Architekturmagazin? Jedenfalls habe ich mal in der Nähe von Jena einen kleinen Fluss über einen Baum überquert, der so schief stand, dass man über ihn das andere Ufer erreichen konnte, das war wirklich toll.

Lieblingskünstler des 20. Jahrhunderts?

Das ist schwer. Max Ernst. Ein extrem talentierter und hochpoetischer Maler, an den Schlüsselstellen von Dada und Surrealismus, zwei der spannendsten Kunstbewegungen überhaupt. Dalí ist natürlich der Rockstar aus der Ecke, aber Max Ernst ist das Genie.


Lieblingsfarbe?

Dunkelrot, heimlich grün.

Die größte Heldentat Ihres Lebens?

Ich erzähle unentwegt Menschen, welche Kulturprodukte sie lesen / hören / gucken sollten, weil sie gut sind. Meistens Zeug, das keiner kennt und außer mir keiner mag. Meistens hört auch keiner auf mich, sondern alle verdrehen wieder genervt die Augen. Das ist auch keine Heldentat, sondern überhebliche Neunmalklugheit. Sagen Manche. Aber ich finde das wichtig, das man gute Sachen weiterempfiehlt, die zu wenige Menschen kennen. Ich rette aber auch dauernd Insekten vor dem Ertrinken und aus Wohnungen. Zählt das?

Wenn Sie sich einen Monat von nur drei Lebensmitteln ernähren müssten, welche wären das?

Obst, Hühnchen und Salat. Genaugenommen ernähre ich mich seit Jahren hauptsächlich von diesen Lebensmitteln.

Was ist Heimat für Sie?

Kein konkreter Ort, eher eine wiederkehrende Emotion, die einem unmissverständlich mitteilt, dass man hier richtig ist. Aber / Also: Natur. Und Musik.

Wo möchten Sie gerne leben?

Müsste ich eine Stadt in Deutschland wählen, dann wäre es Hamburg, Berlin oder Dresden. Am liebsten aber im Einzugsgebiet einer dieser drei Städt. Das Haus am Waldrand ist schon ein Ziel, das ich irgendwann erreichen will.


Star Trek oder Star Wars?

Wenn, dann "Alien". Mit dieser Science Fiction, in der man erkennt, dass die Außerirdischen Leute mit angeklebten Ohren oder albernen Masken sind und mit blinkenden Robotern, die piepend Scherzchen machen, kann ich nicht so viel anfangen. Da geht es mir zu oft nur darum, dass Helden mit Laserpistolen auf Bösewichter schießen.

Lieblingsfilm?

"Mulholland Drive" von David Lynch. Ich habe den Film in einem kleinen Kino gesehen, als er rauskam und ich erinnere mich daran, wie verstört und gleichzeitig fasziniert er mich hat. Ich wusste überhaupt nicht, was der Film eigentlich von mir wollte, aber ich wollte etwas von ihm, ich wollte ihn verstehen, was natürlich schon im Ansatz Unsinn ist. Erst später verstand ich, dass der Film eben nicht auf die gleiche Weise plotgetrieben ist wie die typischen Hollywood-Filme, die ich vorher gesehen hatte. Er hat eher wiederkehrende Themata, wie ein Musikstück.

Lieblingsserienheld?

Die Tellerwäscher aus "The Kingdom".


Welches Buch lesen Sie momentan?

Ich lese meistens mehrere Bücher gleichzeitig, was dazu führt, dass ich für jedes davon ziemlich lange brauche. Zur Zeit: "Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr" von Franz Friedrich, "Against The Day" von Thomas Pynchon und "Sämtliche Gedichte" von Tomas Tranströmer. Bei Friedrich bin ich mir noch nicht sicher (zumindest ist es keine typische Gegenwartsliteratur und das ist an sich schon super), Pynchon halte ich schon lange für den besten lebenden Schriftsteller und was Tranströmer betrifft, so bin ich sehr froh, dass er einen Nobelpreis bekommen hat. Er würde mir fehlen, weil (ja, weil) ich ihn dann vermutlich nicht kennen würde.

Der beste Beatles-Song aller Zeiten?

Das ist wohl "I Am The Walrus". Auf jeden Fall einer der psychedelischeren Tracks. Die Popsongs sind sehr gut, aber die Beatles hatten auch diese dunkle, drogengeschwängerte, viel spannendere Seite, die in vielen ihrer besten Tracks durchschimmert.

Die beste Seite im Internet?

Reddit. Weil Reddit konzeptuell mit Inhalten und nicht mit Personen verknüpft ist und es zu jedem noch so abseitigen Thema ein eigenes Subforum gibt. Während im "offenen" Social Web, das um Personen kreist, alle Leute die gleichen News diskutieren und die gleichen Witze teilen, sich gegenseitig ge- und bloß nicht auffallen wollen, kann ich auf Reddit jeden Tag etwas über Biologie von Pflanzen, Black Metal und Kunst von Leuten lesen, die sich wirklich damit auskennen. Großartig. Naja, oder halt rateyourmusic.com, weil es die beste Musikseite ist, von Musiknerds für Musiknerds.

Lieblingstwitterer?

@silenttiffy und @durst, aber die twittern kaum noch bzw. nicht mehr. Also @mogelpony.

Facebook, Twitter oder Instagram?

Eindeutig Twitter. Instagram halte ich als Photograph psychisch nicht aus, Facebook sind Deine Familie, Kollegen und Bekannten, eine Gruppe Menschen, die Du gerne hast, die aber nicht unbedingt eine Schnittmenge mit der Gruppe Menschen bilden, deren Postings Du dauernd lesen willst. Auf Twitter gibt es eine Menge viele kluge, witzige, interessante Menschen, die spannendes Zeug veröffentlichen. Die Schwierigkeit ist es, sie zu finden zwischen den Schreihälsen, Spinnern und Selbstdastellern, die es dort leider auch massenhaft gibt.

Ihre erste Internetseite am Morgen?

Ich habe mir "Zufälliger Artikel" bei Wikipedia als Browser-Startseite eingerichtet, die beste Startseite die ich je hatte.


Lieblingsemoticon?

>:(

10.07.2015 VON Franziska Schöning | 0 Kommentare

Wohnwürfel aus Beton

Der Architekt Patrick Gartmann lebt im schweizerischen Chur und hat sich ein ungewöhnliches Domizil erschaffen. Sein Haus ist extrem minimalistisch - und komplett aus Beton. Wie er die drei Etagen des Wohnwürfels optimal nutzt, könnt ihr in diesem dreiminütigen Video sehen:

 

Wohnen im Betonwürfel

06.07.2015 VON Franziska Schöning | 0 Kommentare

23 Fragen an Kirsten Fuchs

23 Fragen an Kirsten Fuchs

Kirsten Fuchs ist Schriftstellerin, Lesebühnenautorin und Kolumnistin und lebt in Berlin. 2003 hat sie den Open Mike gewonnen. Mehrere Veröffentlichungen, unter anderem: »Die Titanic und Herr Berg« bei Rowohlt Berlin, »Eine Frau spürt so was nicht« bei Voland & Quist. Sie schreibt regelmäßig Kolumnen für »Das Magazin« und ist Mitglied bei der Lesebühne »Fuchs und Söhne«.
Neueste Bücher:
"Kaum macht man mal was falsch, ist das auch wieder nicht richtig" - Voland & Quist
"Mädchenmeute" - Rowohlt Berlin

 

23 Fragen an Kirsten Fuchs

 

Wie würden Sie gerne wohnen?

Ein Vierzimmerbaumhaus mit großer Schaukel und Solaranlage und WLAN. Unten ein wilder Garten, am besten mit einem Meer. Ein Straußenpaar, das fröhlich herumtanzet. Mehrere Katzen, zwei Hunde und ein Esel, der nicht stinkt.

 

Das für Sie wichtigste Gebäude in Ihrer Stadt?

Der Kindergarten der Tochter. Ohne den ginge gar nichts.

 

Lieblingsort in Berlin?

Das Flugfeld. Man verlässt sofort Berlin, wenn man da drauf ist und dadurch, wie die Leute sind und was sie da tun, kommt es einem doch wie Berlin vor. Jemand, der immer eine leere Landschaft und einen Horizont um sich hat, der kann das gar nicht verstehen, was die Berliner an dieser Freifläche so geil finden.

 

Lieblingsort oder -stadt am Rhein?

Am häufigsten bin ich wohl in Köln. Warum nicht Köln?

 

Lieblingspommesbude?

Das ist mir nachts, wenn ich überhaupt mal Lust auf Pommes habe,  total wurscht. Ich hab schon mal sehr gute gegessen, aber wo war das nochmal?

 

Lieblingsbauwerk aus Beton?

Da sag ich mal Ujuijuikeineahnung.

 

Lieblingsbrücke?

Das blaues Wunder in Dresden, weil da meine Oma in der Nähe gewohnt hat. Außerdem fand ich als Kind den Namen so geil. Noch dazu, wo das blaue Wunder eher grau ist, aber graues Wunder eben nicht gut klingt. Man hat mir als Kind erzählt, dass die Nazis die Brücke sprengen wollten und irgendein mutiger Kommunist die Lunte ausgepullert hat - oder so ähnlich.

 

Lieblingskünstler des 20. Jahrhunderts?

John Lennon.

 

Lieblingsfarbe?

Ganz klar: Rot. Aber auch Hellblau und Dunkelblau. Vor allem mit Weiß zusammen.

 

Die größte Heldentat Ihres Lebens?

Ich hab mal eine Maus aus einem Gulli gerettet. Sie ist nachmittags gestorben. Bestimmt habe ich auch tollere Sachen gemacht.

 

Wenn Sie sich einen Monat von nur drei Lebensmitteln ernähren müssten, welche wären das?

Ich brauch nur Mohrrüben.

 

Was ist Heimat für Sie?

Der Garten meiner Großeltern in Chemnitz. Der Wald drum herum. Das unfertige Hellersdorf. Die Müllkippe, die später der Kienberg wurde. Also so the-Best-of-Kindheitserinnerungen. Sonst bevorzuge ich das Wort "Zuhause".

 

Wo möchten Sie gerne leben?

Meistens Berlin.

 

Star Trek oder Star Wars?

Star Trek, aber nicht sehr überzeugt, nur weil ich mich entscheiden muss und es manchmal im Fernsehen gesehen habe. Ich hab als Kind nur DDR-Fernsehen gekuckt und darum ist das für mich kein Nostalgiefaktor, das ganze Sternzeug.

 

Lieblingsfilm?

Ich befürchte Dirty Dancing oder was noch Schlimmeres.

 

Lieblingsserienheld?

Ellen? Oder Alf? Wen frage ich eigentlich? Ihr habt ja mich gefragt.

 

Welches Buch lesen Sie momentan?

Clemens Setz, "Glücklich wie Blei im Getreide". Das lese ich so häppchenweise. Es ist so so lustig und leider viel zu kurz. Sonst lese ich gerade Sarah Schmidt, "Eine Tonne für Frau Scholz". Schön unaufgeregt und böse ehrlich.

 

Der beste Beatles-Song aller Zeiten?

Das kann man einen Beatles-Fan nicht fragen. Das ist Quälerei. Ich muss sofort aufhören, darüber nachzudenken, sonst geht mein Gehirn kaputt.

 

Die beste Seite im Internet?

Betterplace.

 

Lieblingstwitterer?

Raubtier den Atem.

 

Facebook, Twitter oder Instagram?

Instagram mach ich garnüscht. Die anderen beiden Auswahlangebote haben beide so ihre Eigenheiten. Ich finds gut, eben beides zu machen. Twitter ist viel krasser, wenn man wirklich damit anfängt. Es ist sehr eigen und kaum zu erklären.

 

Ihre erste Internetseite am Morgen?

Trotzdem noch Facebook, weil ich wissen will, was die machen, die ich schon lange und besser kenne und ob sie vielleicht in der Stadt sind. Dann Twitter, weils viel mehr Spaß macht.

 

Lieblingsemoticon?

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o/