28.08.2015 VON Franziska Schöning | 0 Kommentare

Von wegen graue Haare

Von wegen graue Haare

Beton steht für moderne Architektur, Verlässlichkeit - und perfektes Haarstyling. Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist aber nun Wirklichkeit. Garnier hat das neue Haargel kreiert, das bis zu 24 Stunden Frisurhaltbarkeit verspricht.

 

 

Foto: Garnier

Wenn man erstmals die elegante Parkanlage betritt und zunächst nur die jahrhundertealten Klostermauern sieht, ahnt man noch nicht, dass hier in 14 Meter Tiefe einige der besten Weine Deutschlands hergestellt und gelagert werden. Dabei hat die Kelterei im Kloster Eberbach lange
Tradition. Die ehemalige Zisterzienserabtei im Rheingau ist nicht nur Kulturerbe, sondern auch eine historisch glaubwürdige Marke, die aber immer authentisch geblieben ist.

 

 

Eberbach ist zudem Vorreiter, was architektonische Moderne bei deutschen Weingütern betrifft. Aber nicht nur über der Erde wurden Modernisierungen mithilfe von Sichtbeton, Stahl und Glas vorgenommen; auch im Klosterkeller trifft neueste Technik auf frische Architektur. Nach fast 900 Jahren wird das aber auch Zeit. „Beton“ heißt das Zauberwort. Nicht nur die Vinothek oder einzelne Teile des Kellers sind mit dem Allround-Talent unter den Baumaterialien ausgestattet. 14 Meter unter dem Kloster ist alles aus Beton, Naturstein und Holz. Klare Formen dominieren hier.

 

 

Neben den ästhetischen Ansprüchen genügt der Keller ebenfalls den Anforderungen, die die Herstellung des hessischen Spitzenweins verlangt. In der Kellerei sind Traubenanlieferung, Pressen und Gärtanks von oben nach unten installiert, um die Qualität des Mosts nicht zu beeinträchtigen, der so nicht gepumpt, sondern mithilfe der Schwerkraft verarbeitet wird. Die Tanks können je nach Bedarf geheizt oder gekühlt werden, also je nachdem, wie die Hefen arbeiten. Auch ein raffinierter Lichtschacht wurde konstruiert, damit die Mitarbeiter hier unten Tageslicht bekommen. Neben der brandneuen Anlage, in der jährlich etwa 1,4 Milliarden Kilogramm Trauben verarbeitet werden können, wird hier auch Wein in bis zu 70 Jahre alten Holzfässern aufbewahrt.

 

 

Trotz modernster Kelterei sind sich die Winzer von Eberbach aber des Erbes bewusst, das sie übernommen haben. Winzermeister Stefan Seyffardt, Oenologe Ralf Bengel und Geschäftsführer Dieter Greiner und ihre Mitarbeiter pflegen das Vermächtnis der Zisterziensermönche, die um 1136 begannen, hier ihre Reben zu kultivieren.

 

 

Seither hat sich einiges geändert, vor allem in der Herstellungsweise und der Zusammensetzung des Weins, nie jedoch im Bestreben nach höchster Qualität. Nicht umsonst ist das Kloster das größte und führende deutsche Weingut. Auf dem Weg dorthin befand sich das ehemalige Zisterzienserkloster nicht nur im Besitz der Mönche, sondern fiel unter Napoleon dem Herzog von Nassau zu, wurde 1866 an Preußen überschrieben und gehört seit den 1940er Jahren dem Land Hessen.

 

 

Heute erinnern ca. 1,9 Millionen Flaschen Wein und Sekt an das Erbe der Zisterzienserabtei. Auf mehr als 200 Hektar werden von der Aufzucht der Reben bis zur Abfüllung alle Arbeiten selbst von den Winzern und ihren Mitarbeitern erledigt. Denn trotz Industrialisierung und Automatisierung bleibt der Weinbau ein handarbeitsintensives Geschäft.

 

 

Bis zur Traubenernte geht man 13 Mal um den Stock herum“, zitiert Önologe Ralf Bengel ein altes Winzersprichwort. Die Zahl der Arbeitsstunden summiert sich pro Hektar auf etwa 200, in den steileren Lagen sind es sogar bis zu 1000 – inklusive Schneiden, Gärten, Stämme anbinden, Heften und Laub schneiden. Der Weinanbau in diesen Lagen gestaltet sich zwar schwieriger, ist die Mühe aber mehr als wert, so Bengel. Der Wein von den Hängen hat eine ganz besondere Güte, für die Kunden auch bereit sind, mehr zu zahlen. Bei der jährlichen Versteigerung der selteneren Flaschen erzielen diese nicht selten fünfstellige Beträge.

 

 

Die Standzeit der Reben beträgt etwa 30 bis 40 Jahre, Tendenz steigend. Dadurch nehmen zwar die Erträge ab, aber die Qualität steigt. Das heißt, die Winzer müssen jetzt schon für die nächste Generation mitplanen. Einige der Flächen werden seit 850 Jahren ununterbrochen bewirtschaftet. Vor allem angesichts dieser Dauerkultur muss die Bewirtschaftung vergleichsweise behutsam erfolgen. So verzichten die Winzer zum Beispiel konsequent auf Insektizide und verwenden ausschließlich organische Düngemittel. Und das schmeckt man auch. Gefragt seien nach wie vor junge, frische, klare und fruchtige Weine, so Ralf Bengel. Man solle sich aber lieber auf seinen eigenen Geschmack verlassen statt auf Punktewertungen, meint er. Selbst, wenn die Weine aus Eberbach regelmäßig Spitzennoten erhalten. „Was soll ich als Verbraucher mit Punktwertungen anfangen? Wer hat den Wein probiert, und warum hat er 90 Punkte? Es gibt so viele Facetten von Wein, und jeder hat ein eigenes Geschmacksempfinden. Wie gut unser Wein ist, stellen wir am sichersten uber unseren Kunden und unsere Verkaufszahlen fest. Wenn wir im Weingut selbst merken, dass uns ein großer Jahrgang gelungen ist, schnellen die Absatzzahlen hoch.“ Er liebt seine Arbeit. Und bei dem traumhaften Panorama, das sich ihm währenddessen bietet, kann man schon mal neidisch werden. Allerdings bleibt nicht mehr so lange Zeit, den Ausblick ausgiebig zu genießen – denn schon bald beginnt die Weinlese wieder.

 

 

Wer mehr über schöne Keller aus Beton erfahren möchte, klickt am besten hier.

 

Die Bildrechte liegen beim Kloster Eberbach/Michael Palmen.

24.08.2015 VON Franziska Schöning | 0 Kommentare

23 Fragen an Hendrik Marten

23 Fragen an Hendrik Marten

Hendrik Marten ist Blogger und Fotograf. Auf seiner Website sammelt er kuriose Kurzgeschichten und liebevolle Aufnahmen der Flora und Fauna rund um Kiel. Einen Youtube-Kanal, in dem er Alltägliches aus neuen Perspektiven beleuchtet, hat er auch - allerdings fühlt er sich hinter der Kamera wohler.

 

23 Fragen an Hendrik Marten

 

Wie würden Sie gerne wohnen?
In einem Penthouse mit Blick auf die Förde und einer riesigen Dachterrasse.


Das für Sie wichtigste Gebäude in Ihrer Stadt?
Aus Gründen der Selbsterhaltung das Gebäude, in dem ich gerad wohne.


Lieblingsort in Berlin?
Das Naturkundemuseum.


Lieblingsort oder -stadt am Rhein?
Da Mainz die einzige Stadt am Rhein ist, die ich bisher besuchte: Mainz.


Lieblingspommesbude?
Sowas hab ich nicht.


Lieblingsbauwerk aus Beton?
Der alte Flakbunker am Tirpitzhafen, der mittlerweile ein Museum ist.


Lieblingsbrücke?
Die alte Levensauer Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal.


Lieblingskünstler des 20. Jahrhunderts?
Keine Angabe.


Lieblingsfarbe?
Grün.


Die größte Heldentat Ihres Lebens?
Nichts in meinem Leben war jemals heldenhaft.


Wenn Sie sich einen Monat von nur drei Lebensmitteln ernähren
müssten, welche wären das?
Thunfischpizza, Marzipan und Käse.


Was ist Heimat für Sie?
Kornfelder.


Wo möchten Sie gerne leben?
In Kiel. Es wäre aber auch schön, wenn das Klima von Südkalifornien mal vorbeischauen würde.


Star Trek oder Star Wars?
Star Wars.


Lieblingsfilm?
Das ist unmöglich zu beantworten.


Lieblingsserienheld?
Philip J. Fry


Welches Buch lesen Sie momentan?
One Summer - America 1927 von Bill Bryson


Der beste Beatles-Song aller Zeiten?
"I got my mind set on you" von George Harrison.


Die beste Seite im Internet?
http://heyyeyaaeyaaaeyaeyaa.com/


Lieblingstwitterer?
@Chaosfux


Facebook, Twitter oder Instagram?
Twitter.


Ihre erste Internetseite am Morgen?
Twitter.


Lieblingsemoticon?
:)

21.08.2015 VON Franziska Schöning | 0 Kommentare

Sonnenstrom aus Beton

Sonnenstrom aus Beton

Let the sunshine in! An der Uni Kassel hat ein Forschungsteam mithilfe von leitfähigem Beton einen Baustoff entwickelt, der gleichzeitig eine Solarzelle ist. Auch organische Farbstoffe werden für "DysCrete" verwendet. Die nachhaltigen Solarzellen sollen in Zukunft unter anderem beim Bau von Fassaden verwendet werden.die Verschmelzung von Solarzelle und Baustoff ist in dieser Form einzigartig und ähnelt vom Prinzip her der Photosynthese von Pflanzen. Die Ausgangsmaterialien sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch einfach zu beschaffen, recycelbar und kostengünstig. Das lässt auf eine rosige Zukunft hoffen.

 

Fotos und Bildrechte: Uni Kassel

Mitten im Herzen von Berlin gibt es nicht nur jede Menge gute Bars und Restaurants, sondern auch kulturelle Geheimtipps. Und weil die Stadt zu den modernsten Metropolen der Welt gehört, finden sich hier auch Nischen, in denen dem Nicht-Alltäglichen, dem Fantastischen eine Bühne geboten wird. So zum Beispiel im Magicum, dem ersten Museum für Magie in Deutschland.

 

Foto: Cascade

 

Zu finden ist es im Keller des „Hamburger Hofs“, eines denkmalgeschützten Hauses im Scheunenviertel. Schon von außen weisen Schilder und Plakate darauf hin, dass man hier in die Welt des Übersinnlichen eintauchen kann. Oder zumindest mal einen neugierigen Blick hineinwerfen. Und weil ich neugierig geworden bin, trete ich ein. Der Empfangsbereich liefert einen atmosphärischen Vorgeschmack auf die Ausstellung. Allerhand okkulte Spiele und Rätsel sind neben der geschmackvoll eingerichteten Bar aufgereiht, an der mich Rob Brown, einer der beiden Kuratoren des Museums, begrüßt. Er ist sehr herzlich und offen und lädt mich ein, die Ausstellung interaktiv zu erschließen. Er geleitet mich zu einer sogenannten „chinesischen Glücksschale“.

 

Foto: Magicum


Mit dieser Schale kann man herausfinden, ob man mit sich selbst im Einklang ist. Man muss seine Hände über die Griffe schieben; wenn man es richtig macht, also mit sich im Einklang ist, ertönt ein tiefer, langgezogener Ton und das Wasser in der Schale beginnt zu sprudeln.
„Die Chinesen sagen, jeder Tropfen Wasser bringt ein bisschen Glück. Das ist ein Symbol für Harmonie. Du musst eine Balance finden zwischen Wasser, Materie und dir selber. Wenn du die Harmonie gefunden hast, bringt das Glück.“ Außerdem sei es eine gute Handmassage, also auch
noch gesund. Ich versuche mein Glück, bin aber noch nicht ganz mit mir selbst im Einklang. Auch nach einer Minute sprudelt nichts. Das sei nicht schlimm, versichert mir Rob Brown, ich soll es einfach später noch einmal versuchen, nachdem ich mir die Ausstellung angeschaut hab. Also mache ich mich auf den Weg in den Keller, in dem sich altes Gemäuer, moderner Beton und magische Artefakte stilvoll ergänzen.

 

Foto: Magicum


Rob Brown und Auguste Gischler, die das Museum ins Leben gerufen haben, wollten dem Thema Magie einen Raum bieten, in dem man sich neugierig, kritisch und interaktiv damit auseinandersetzen kann.

 

Fotos: Magicum


Ich hatte mich vor dem Besuch gefragt, ob mich hier auch esoterische Lebensberatung erwartet, ähnlich wie bei den einschlägigen Sendungen im Fernsehen. Aber das ist nicht der Fall; Gischler und Brown setzen sich vor allem mit historischen Hintergründen und der Rolle auseinander, die
Magie für Menschen hatte und hat.

 

Foto: Magicum


Die beiden kommen vom Theater, reisen viel und sammeln unterwegs jede Menge Wissen und Artefakte. In Kunst und Kultur habe Magie immer eine große Rolle gespielt. Ob in Märchen, Religionen oder im täglichen Leben, überall finde man sie. Dementsprechend umfangreich ist auch
die Ausstellung. Über Glücksbringer und uralte Bücher über Pendel, Ritualgegenstände, Zaubertränke und Masken bis hin zu Zaubertränken und logischen Geschicklichkeitsspielen und Rätseln ist alles dabei. Die Besucher sollen sich spielerisch und auf eigene Faust mit der Magie und
ihrer Geschichte auseinandersetzen.

 

Foto: Magicum


An den Rätseln scheitere ich, aber davon abgesehen fühle ich mich inzwischen schon sehr viel entspannter. Mit der Glücksschale klappt es jetzt auch. Rob Brown freut sich mit mir. Trotz der gründlichen Recherche ist die Ausstellung eher theatralisch inszeniert, mit einem Augenzwinkern, erfahre ich.

 

Foto: Magicum


Mit Inszenierungen kennt sich Brown aus; nach dem erfolgreichen Abschluss als Stipendiat an mehreren europäischen und internationalen Tanzschulen spielte er nicht nur auf großen Bühnen bekannter Variétetheater, sondern inszenierte auch Tanztheaterproduktionen und entwickelte Choreographien für bekannte Shows wie den Eurovision Song Contest oder die MS Deutschland, das Kreuzfahrtschiff, das die meisten als „Traumschiff“ aus dem TV kennen dürften.

 

Foto: Magicum


Der Keller, der den Großteil des Museums beherbergt, wurde früher tatsächlich als Kellerraum genutzt. Sie hätten es nicht besser mit den Räumlichkeiten treffen können, meint Brown. Dort unten herrscht nicht nur eine angemessene Atmosphäre für die vielen magischen Artefakte, der Beton bietet auch eine gute Darstellungsfläche. Denn viele der zum Teil jahrhundertealten Objekte sind sehr farbenfroh und heben sich kontrastreich von den Wänden ab. Die Sammlung beinhaltet sehr
wertvolle Bücher, Glücksbringer und Schwerter, deswegen ist es auch wichtig, dass das Klima stimmt. Auch hierbei hilft der Beton, der die Artefakte zuverlässig vor Temperaturschwankungen schützt.

 

Foto: Magicum


Falls man sich selbst von der zauberhaften Ausstellung im Magicum überzeugen möchte, kann man sie täglich bis 20 Uhr besuchen - oder die Räumlichkeiten übrigens auch mieten. Natürlich inklusive Zauberer.

 

Wer mehr über schöne Keller aus Beton erfahren möchte, kann einfach hier klicken.

17.08.2015 VON Franziska Schöning | 0 Kommentare

23 Fragen an René Pollesch

23 Fragen an René Pollesch

René Pollesch ist Dramatiker und Regisseur. Ursprünglich stammt er aus Hessen, inzwischen inszeniert er in Berlin. Er hat eine ganz eigene Theaterform entwickelt: Die Verbindung von Fernsehunterhaltung und wissenschaftlichem Diskurs.

 

23 Fragen an René Pollesch

 

Wie würden Sie gerne wohnen?

In einem Bühnenbild von Bert Neumann.

 

Das für Sie wichtigste Gebäude in Ihrer Stadt?

Christburgerstraße, Hausnummer XX.

 

Lieblingsort in Berlin?

Kollwitzstraße, Hausnummer XX.

 

Lieblingsort oder -stadt am Rhein?

Ludwigshafen.

 

Lieblingspommesbude?

Stehen alle in Friedberg/Hessen.

 

Lieblingsbauwerk aus Beton?

Das Philosophikum II der Justus-Liebig-Universität, Gießen.

 

Lieblingsbrücke?

Eine Eisenbahnbrücke in Dorheim.

 

Lieblingskünstler des 20. Jahrhunderts?

Gertrude Stein.

 

Lieblingsfarbe?

Orange.

 

Die größte Heldentat Ihres Lebens?

Nachspielverbot für meine Stücke.


Wenn Sie sich einen Monat von nur drei Lebensmitteln ernähren müssten, welche wären das?

Champagner, Kaviar, Onion Bhaji.

 

Was ist Heimat für Sie?

Ein Edgar-Reitz-Film.

 

Wo möchten Sie gerne leben?

Berlin.

 

Star Trek oder Star Wars?

Star Wars.


Lieblingsfilm?

Opening Night von John Cassavetes.


Lieblingsserienheld?

Percy Stuart.


Welches Buch lesen Sie momentan?

"Der neue Geist des Kapitalismus" (Boltanski/Chiapello)


Der beste Beatles-Song aller Zeiten?

Wonderwall.


Die beste Seite im Internet?

http://www.volksbuehne-berlin.de/

 

Lieblingstwitterer?

@schmidtlepp

 

Facebook, Twitter oder Instagram?

Twitter.

 

Ihre erste Internetseite am Morgen?

Die, die die ersten, die aufstehen, offen gelassen haben.


Lieblingsemoticon?

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14.08.2015 VON Franziska Schöning | 0 Kommentare

Schönes Gedöns

Schönes Gedöns

Immer mehr Designer entdecken Beton als Lieblingsmaterial für sich. So auch das Team von "Betongedöns", die wirklich tolle Accessoires aus dem grauen Gold anfertigen. Doch seht selbst:


http://de.dawanda.com/shop/betongedoens