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13 Fragen an Alexa Lixfeld - Interview

Alexa Lixfeld ist Designerin und Künstlerin und betreibt Ihr eigenes Design-, Beratungs- und Produktionsstudio in Hamburg. Für ihre Arbeiten wurde Sie vielfach ausgezeichnet, etwa mit einem IF Concept Award, mehreren DESIGN PLUS Awards und vielfachen Nominierungen zum Deutschen Designpreis. Einen Ihrer Entwürfe, ihre Parfumserie in Duftflakons aus Beton, haben wir hier bereits vorgestellt. Nun beantwortete uns die Designerin auch 13 Fragen:


01. Sie haben sich, nachdem sie zehn Jahre erfolgreich als Model gearbeitet haben, doch noch für einen Karrierewechsel in Richtung Design entschieden. Was hat Sie zu diesem Schritt bewegt und warum wurden sie nicht Modedesignerin?

Es ist richtig, dass ich als Fotomodel gearbeitet habe, bevor ich mit meinem Designstudium begann. Zu dem Zeitpunkt kam ein Modedesignstudium für mich nicht in Frage, es wäre thematisch viel zu nah an meiner alten Tätigkeit gewesen - ich suchte das Neue. Dementsprechend gehe ich auch in meiner Arbeit vor. Vor dem Produkt gibt es jeweils ein Projekt mit einem kreativen Prozess. Im Vordergrund der Projektfindung stehen immer ein künstlerisch-konzeptioneller Ansatz und der darauf folgende Arbeitsprozess. Daraus entsteht dann das Produkt, welches seine Form hauptsächlich aus dem Prozess bezieht, und sich schließlich natürlich auch dem Markt aussetzen muss. Erfreulicherweise bisher stets mit Erfolg.

 

02. Woher stammt Ihre Zuneigung zum Werkstoff Beton, die sich in solch faszinierenden Arbeiten wie Ihrer Parfumedition oder dem Beton-Geschirr äußert?

Mein Interesse an Beton stammt aus meiner ursprünglichen Abneigung gegenüber der Verwendung dieses Werkstoffes. Produkte aus Beton waren früher immer schwer, grob und groß. Das wollte ich ändern und Beton in einem völlig neuen Kontext zeigen. So entstand meine Idee, den für seine Filigranität und Leichtigkeit bekannten Werkstoff Keramik im Haushalt durch Beton zu ersetzen. Durch die sehr unterschiedliche Herstellungsweise von Produkten aus Keramik und Beton ergeben sich ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. So erlaubt Beton beispielsweise verschiedene Wandstärken in einem Objekt, was bei Keramik aufgrund des Brennvorgangs kaum realisierbar ist und was als Stilmittel für das entstehende Produkt prägend sein kann.

 

 

03. Was war das interessanteste Betonobjekt, das Sie je gesehen haben?

Es fällt mir schwer, eines als ganz besonders herausragend zu benennen. Ehrlich gesagt, konzentriere ich mich auch sehr auf die Realisierung meiner eigenen Ideen. Die Herstellung des Beton-Geschirrs, an dem ich lange gearbeitet habe, stellt für mich zum Beispiel ein ganz persönliches Highlight aus Beton dar.

 

04. Welche Art Objekt würden Sie gerne noch gestalten, konnten es aber bisher noch nicht realisieren?

Wir haben einmal damit begonnen, Fassadenelemente zu gestalten und als aufwendige Prototypen zu fertigen. Dieses Projekt ist bisher unvollendet, steht aber noch auf der Agenda. Zurzeit widme ich mich voll und ganz meiner neuen Kollektion von handgewebten Decken und Schals aus der seltenen Wolle der Kaschmirziege.

 

05. Gibt es einen Designer, der Sie besonders inspiriert (hat)?

Sicherlich gibt es Projekte verschiedenster Designer, die mich inspirieren. Aber auch hier kann ich eigentlich kein Vorbild benennen. Ich habe schon immer der Entwicklung meiner eigenen Ideen und Fertigkeiten den Vorzug gegeben. So habe ich mich nach meinem Studium ja auch gleich selbständig gemacht, statt erst mal bei einem anderen Designer zu arbeiten.

 

06. Spielt das Thema Nachhaltigkeit bei der Konzeption und Entwicklung Ihrer Objekte eine Rolle?

Ja, das Thema Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil unserer Arbeit. Und zwar nicht als modisches Beiwerk, über das man momentan gerade gerne spricht, sondern als unverzichtbare Selbstverständlichkeit.

 

 

07. Sie unterrichten als Gast-Dozentin an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. Wenn Sie aufstrebenden Designern Ratschläge erteilen müssten – wie würden diese lauten?

- 1. Die Inhalte im Studium verfolgen, die den Einzelnen wirklich interessieren.

- 2. Das Studium für die eigene Persönlichkeitsentwicklung nutzen.

- 3. Die eigene Persönlichkeit in die (Design-)Arbeit einfließen lassen.

 

08. Wie sah Ihre erste Wohnung aus? Hatten Sie damals schon konkrete Ideen von einer Stilrichtung?

Durch meine erste Karriere als Model war ich viele Jahre lang kaum zuhause und lebte meist in Hotels und möblierten Appartements. Meine erste Wohnung bezog ich also erst recht spät, was dazu führte, dass meine Einrichtung aus einem Mix aus alten Familienstücken aus meinem Elternhaus und wenigen neuen Möbeln, sowie vielen Stücken, die ich von meinen Reisen mitgebracht habe, bestand und auch heute noch besteht.

 

09. Wie würden Sie Ihren aktuellen Wohnstil beschreiben?

Wohnen als solches ist mir momentan nicht sehr wichtig. Ich lebe mit meiner Arbeit, der ich auch sehr viel Platz gebe. Daher handelt es sich eigentlich nicht um einen Wohn-, sondern um einen Lebensstil. Meine Wohnung ist mittlerweile ein Atelier im Hamburger Stadtteil Hoheluft, in dem ich mich sehr wohl fühle, obwohl und vielleicht gerade weil er so gar nicht dem Klischee des trendigen Künstlerviertels entspricht. Hier gibt es einen schönen Wochenmarkt und viele meiner Freunde und Bekannten wohnen gleich nebenan.

 

10. Welcher ist der wichtigste Raum Ihrer Wohnung und warum?

Der wichtigste Raum ist der, in dem ich mich gerade aufhalte – also meist mein Wohn-Atelier. Ich arbeite und meine zwei Hunde Goofy und Sly liegen auf der Couch und sehen fern.

 

11. Französische Bulldoggen sind als dezibelstarke Schnarcher bekannt. Sie haben gleich zwei davon. Wie sorgen Sie für die nötige Nachtruhe? Haben Goofy und Sly ein eigenes Zimmer?

Glücklicherweise sind die beiden freiatmend und schnarchen wenig! Ich genieße es, die beiden immer in meiner Nähe zu haben.

 

12. Haben Sie Ihre Wohnträume schon verwirklicht, oder gibt es noch konkrete Vorstellungen und Ziele?

Ein Garten wäre schon schön!

 

13. Zum Schluss die Glaubensfrage: Robbie Williams oder Marilyn Manson?

Was für eine Frage! Die Frage „Superman oder Spiderman?“ wäre mir viel lieber, denn dann würde die Antwort ganz klar „Spiderman“ lauten.

 

Foto Teaser und Aufmacher: Benne Ochs

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