MAGAZIN / REPORTAGE
Die Betonkanuregatta 2009
Am 19. und 20. Juni 2009 fand in Essen die 12. deutsche Betonkanu-Regatta statt. Über 900 Studentinnen und Studenten paddelten auf ihren selbstgebauten Kanus aus Beton um die Wette.
Das Team der Bauhausuniversität Weimar haben wir vom Bau der Kanus bis zu den letzten Rennen der Regatta begleitet.
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Die Betonkanuregatta 2009
Ein Kanu baut sich nicht von selbst. Auch ein Kanu aus Beton nicht. Wir kommen in eine kleine Lagerhalle, in der viele helfende Hände eine milimeterdünne Schicht aus Beton auf die vorher angefertigte Form streichen. Es hängt Staub in der Luft, das Atmen ist mäßig angenehm. Es fühlt sich nach richtiger Arbeit an. Die Herausforderung ist jedoch nicht nur körperlicher Art, es ist eine Maßarbeit.
Je dünner die Betonschicht, umso leichter und somit schneller ist das Kanu, so die Fausregel. Zu dünn darf die Schicht aber auch nicht werden, sonst kann es schnell zu Brüchen kommen. Im Gefühl für das richtige Maß liegt die Herausforderung.
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Die Betonkanuregatta 2009
Die aerodynamisch optimierte Form des Kanus haben die weimarer Studenten übrigens selbst entworfen. Die jahrelange Betonkanu-Erfahrung hat dieses Kanu geformt. Die Bauhausuniversität Weimar ist nämlich nicht zum ersten Mal vertreten. 2002 konnte in Potsdam sogar ein Doppelsieg durch die Herren- und die Damenbesatzung errungen werden. Ganz vorne mitschwimmen hat hier also Tradition. Beeindruckt hat uns vor allem die hohe Frauenquote, auch beim Wettbewerb selbst. Bauingenieurwesen, von der Fakultät kommen die Studenten nämlich, scheint längst keine Männerdomäne mehr zu sein.
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Die Betonkanuregatta 2009
Wenn die Kanus fertig sind, müssen sie zunächst die Taufe im heimischen Schwimmbad überstehen. Wir treffen dort die Studenten wieder und erwischen sie auch direkt dabei wie sie Sekt über ihre Kanus kippen. Das ganze wirkt etwas zaghafter, als bei Taufen von großen Schiffen, schließlich will niemand das Ergebnis wochenlanger Schufterei mit nur einem Stoß vernichten. Nachdem wir mit Freude die noch halbvolle Sektflasche entgegennehmen, tragen die Teams ihre Kanus schon zum Schwimmbecken. Die mitgebrachten Freunde, Familien, Dozenten und Fotografen stehen ganz aufgeregt-zittrig am Beckenrand, als das erste Kanu ins Wasser gehievt wird …
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Die Betonkanuregatta 2009
… doch glücklicherweise funktioniert alles genau so, wie es soll. Von kleineren Manövrierproblemen mal abgesehen. Kurz bleibt den Zuschauern nämlich das Herz stehen, als zwei Kanus mit etwas übermotivierten Paddlern besetzt fast ineinanderfahren. Nach einer halben Stunde Übung ist das aber schon wieder Schnee von gestern und drei Duos können für uns sogar im Wasser posieren.
Auch unser Fotograf, der für dieses Bild vomn 10-Meter-Turm hängend Kopf und Kragen riskierte, sei lobend erwähnt.
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Die Betonkanuregatta 2009
Wenn alle fröhlich Winken, ist es immer ein gutes Zeichen. Gut gelaunt und motiviert geht nicht nur das Team aus Weimar am Tag des Wettkampfes an den Start. Die Stimmung auf dem Wettkampgelände ist dank noch scheinender Sonne optimistisch und fröhlich. Die Teams aus den verschiedenen Städten und Ländern zeigen und erklären sich gegenseitig ihre Konstruktionen. Auch als Betonkanu-Neulinge fühlen wir uns so gleich zuhause. Trotz der netten Gespräche hier und dort können wir es trotzdem kaum erwarten …
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Die Betonkanuregatta 2009
… bis die ersten Kanus an den Start gehen. Kaum haben die ersten losgepaddelt, stellen sich hinten auch schon die nächsten Kandidaten an. Der Wettbewerb hat einen straffen Zeitplan, der im weiteren Verlauf nur mäßig eingehalten wird, wie es sich für einen echten sportlichen Wettbewerb eben gehört. Besonders die ersten Meter nach dem Start …
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… sind spannend zu beobachten, diese sind bei den meisten Rennen entscheidend. Hier gilt es sich eine gute Position vor der Haarnadelkurve zu sichern, die dann nach 400 gepaddelten Metern endlich ins Ziel führt.
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Den knapp 5.000 Zuschauern wird an diesem Wochenende ein Kopf-an-Kop-Duell nach dem anderen geboten …
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… vor allem im späteren Verlauf des Wettbewerbs werden die Ergebnisse immer knapper. Viele Rennen entscheiden sich erst auf den letzten Metern.
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Die kämpferischen Gesichtsausdrücke der Studentinnen und Studenten geben uns immer wieder einen Moment des Glücks in dem Bewusstsein, dass wir gerade am Ufer stehen und Kuchen zu uns nehmen können, während eben jene auf dem Wasser gerade mit letzter Kraft das Kanu ins Ziel schleifen.
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Die Betonkanuregatta 2009
Ins Ziel schaffen es allerdings nicht alle Teilnehmer. Wer wenig auf Kraft und Ausdauer setzt und zu sehr auf ein schlankes Kanu, landen nämlich schnell mal im Wasser. Der Hektik und dem Eifer des Gefechts ist nicht jedes Kanu gewachsen.
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Zum Glück ist die Temperatur des Wassers aber noch in einem erträglichen Rahmen und das Rettungsboot auch schnell zur Stelle. Zu Schaden kommt am Ende nur das Kanu.
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In der Pause konnten sich die Sportler und Zuschauer treiben lassen. Bei der Betonkanu-Regatta gibt es nämlich neben der Rennklasse für Herren und Damen auch noch eine freie Klasse, bei der es keine Vorgaben zur Machart des Kanus gibt und ausschließlich die Originalität des Schwimmenden Konstrukts bewertet wird.
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Die Betonkanuregatta 2009
Uns hat besonders der EntSpannRing der TU Dresden gefallen, der mit acht Studenten am Steuer und mit einem Bierkasten ausgestattet fröhlich über das Wasser glitt.
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Weniger friedlich kam hingegen der Betonpanzer der Bundeswehruniversität daher. Gewonnen hat in der freien Klasse die Fachhochschule Lausitz/Cottbus mit einem auf dem Wasser treibenden Fußballfeld aus Beton.
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Die Betonkanuregatta 2009
Nach 2:22 Minuten kamen im Final der Herren von der Universität Twente Sevrien Ferrée und Frank Aarns als erste ins Ziel. Bei den Damen konnten von der Technische Universität Dortmund Nadine Kramer und Annika Jobs den Sieg nach Hause holen. Knapp dahinter kamen dann auch zwei Damen von der Bauhausuniversität Weimar ins Ziel. Bei den Herren reichte es nur für einen sechsten und einen achten Platz.
Inesgesamt ein sehr erreuliches Ereignis, bei dem es selbstverständlich nur Gewinner gab, so wollen es doch die Sprtgötter. Wir freuen uns auf die nächsten Betonkanu-Regatta und noch mehr Sieger in schönen Betonkanus.






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