In unserer Serie Wohnträume schreiben unterschiedliche Autoren und Autorinnen davon, welche Wohnsituation für sie persönlich die schönste, erstrebenswerteste, wenn vielleicht auch nicht realistischste, ist. Dieses Mal gibt uns der Blogger Mathias Winks Einblicke in seine Vorstellung vom perfekten Wohnen.
Auf die Frage, wo ich denn am liebsten wohnen würde, gibt es exakt drei Antworten, wobei die Nummer eins wohl die wahrscheinlichste Option wäre: Kiel. Hier lebe ich seit über 30 Jahren. In meinen Zeiten als aktiver Partygänger war ich glücklicherweise noch zu naiv, um zu erkennen, dass Kiels Nightlife nicht gerade „on top of the game“ ist und zum Altwerden ist es hier völlig okay. Eigentumswohnung, direkt am Nord-Ostseekanal, in 10 Minuten am Strand und 4-5 gute Restaurants in einer Stadt, in welcher andere Leute - also, … andere ältere Leute – Urlaub machen, ist jetzt nicht das Schlechteste. Das ist ein Nissan Qashqai auch nicht, nur: wer will ein Leben lang Nissan Qashqai fahren?
Es muss Alternativen geben, mir fallen da direkt 2 ein:
Die Beton-Idee:
Ich male mir oft aus, wie es wohl wäre, unbegrenzte, monetäre Möglichkeiten für ein freistehendes Haus mit Meerblick, bevorzugt in Australien, zu haben. Und wenn Australien, dann natürlich Sydney. Ich machte mich also auf die Suche und fand direkt ein schönes Häuslein, direkt am Strand:

Diese Hütte hat 3 Stockwerke, 4 Schlafzimmer und wurde designed, einen maximal vorteilhaften Meerblick und einen möglichst großen Abstand zu den Behausungen angrenzender Nachbarn zu haben. Großzügige, helle Räume, puristisch eingeräumt, mondänes Interieur – so in etwa sollte es aussehen:

Das Badezimmer mit hauptsächlich dunklem Marmor versehen, außerdem sollte der Meerblick natürlich auch beim Entspannen in der Badewanne gegeben sein. Ein Fernseher im Spiegel ist Standard, Fußbodenheizung, der ganz alltägliche Wahnsinn:

Das wär's! Am Abend bei einem südaustralischen Rotwein und Robert Glasper aus dem Soundsystem mit Freunden am Pool chillen – ach herrlich:

Soweit die Beton-Idee. Kommen wir nun zur Beton-losen Variante:

Warum nicht in eine Baumhaus-Community im Costa Rica'nischen Dschungel ziehen? Ja, Sie haben richtig gehört – es gibt sie nämlich wirklich: die Finca Bellavista! Ein Gruppe von tollen Menschen hat es sich dort in den Bäumen gemütlich gemacht. Man hat dort quasi ein Baumhaus-Netzwerk erschaffen, lauter untereinander mit Brücken oder Drahtseilen verbundener Baumhäuser, mitten im Regenwald. Über Treppen und Leitern zu erklimmen, für längerfristig Aufenthaltsberechtigte, Reisende oder Aussteiger, die es einfach nur as natürlich as possible haben wollen.

Inmitten zweier Flüsse mit kristallklarem Wasser, Wasserfälle direkt vor der Tür – das klingt dann rund um die Uhr so wie in der Sauna im Fitnessclub, nur halt in echt. Wer wie ich dann aber trotzdem weiterhin arbeiten wollen würde (als Blogger arbeitet man ja schließlich wirklich gerne) – auch kein Problem, SWWW ist vorhanden (Strom, warmes Wasser, WLAN). Aber wer braucht Bandbreite, wenn man sowas hier direkt neben dem Postkasten hat:

Wer mehr Informationen will, schaut sich einfach nochmal diesen Kurzfilm über die Finca Bellavista an:
Da fällt die Entscheidung natürlich schwer und vermutlich ist es, wie es immer im Leben ist: man möchte das, was man gerade nicht hat. Um wirklich glücklich zu werden braucht es also von Allem etwas, mein Plan daher: Herbst und Winter in der Beton-Hütte in Sydney (wo es zwischen Oktober und März sehr warm ist - ich bin ein Fuchs!), den Frühling verbringe ich dann in den Bäumen Costa Ricas und den Sommer in Kiel. Drei Monate im Jahr kann man auch mal Kleinwagen fahren, wie ich finde.






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